Schon am Taleingang umfängt Sie die sanfte Stelle, nur unterbrochen durch das Knirschen des Schnees unter den eigenen Stiefeln. Automatisch gehen Sie sachter, um den Schlaf der Natur nicht zu stören.
Die Pappeln ragen schwarz und kahl zum Himmel. Sie haben den Schnee schon abgeschüttelt, der sich drüben dick und fest an die Fichten krallt. Schmerzvoll beugen sich die Äste der Douglasien unter ihrer Last. Seltsame Gestalten begleiten den Weg; vereiste Arme strecken sich entgegen, dort klafft ein Gesicht mit langer Nase und höhnischem Mund.
Es macht Mühe, die freundlichen Gefährten des Sommers, die Farne, den Holunder, die Kräuterstauden und den Haselbusch zu erkennen.
Sachte gluckert eine Quelle, die sich einen Weg durch den Schnee
erkämpft hat. Viele Spuren bedecken da die weiße Fläche. Können Sie
noch erraten wer seinen Durst gestillt hat?Im dichten Nadelwald ist es wärmer. Moospolster leuchten grün, und stöhnend entlädt die eine oder andere Tanne ihre weiße Last. Da steht auch die Futterkrippe für das Wild. Angebissene Rüben liegen am Boden. Doch kein Tier lässt sich sehen. Entlang der zugefrorenen Weiher wandern Sie weiter, treffen auf vereiste Steine am Abhang, über die noch immer Wasser rinnt.
Der kleine Bach ist munter. Immer wieder wehrt er sich gegen das zackige Eis, das ihn zudecken will.
Am Ende des schmalen Weges angekommen, in der Felsenhöhle mit dem Wasserfall, glaubt man sich im Reich des Winters persönlich. Mannshohe Eiszapfen hängen an den Felswänden. Bissige Kälte strahlt die Grotte aus. Und immer neue Formen denkt sich der Wasserfall aus, die er in Eis nachbildet. Schaudernd und staunend stehen Sie im Winterdom.
Auch der Weg zurück bietet immer neue Überraschungen im winterlichen Odenbachtal.






