Lydia Westrich
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Lydia Westrich
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Bürgerschaftliches Engagement auf Bundesebene

Auch auf bundespolitischer Ebene mache ich mich für die Förderung des Bürgerschaftlichen Engagements stark. So setze ich mich beispielsweise vehement dafür ein, dass die Aussagen über die Förderung der Bürgergesellschaft von der Großen Koalition mit Leben gefüllt werden. Dabei konnte die SPD-Bundestagsfraktion bereits mehrere Anliegen erreichen:

 

(1)   Wir setzen auf die parlamentarische Begleitung

 

Auf Initiative der SPD-Bundestagsfraktion wurde der Unterausschuss „Bürgerschaftliches Engagement“ erneut eingesetzt. Damit ist die parlamentarische Plattform weiterhin gegeben.

 

(2)   Wir investieren in das bürgerschaftliche Engagement

 

Wer sich freiwillig engagiert, möchte dafür Anerkennung bekommen und kann auch Versicherungsschutz, Beratung und Fortbildung verlangen. Aus diesem Grund haben wir trotz angespannter Haushaltslage auch einige haushaltpolitische Ziele zum Ausbau des Bürgerschaftliches Engagements durchgesetzt.

 

Im Rahmen der Freiwilligendienste haben wir für das Haushaltsjahr 2007 eine Aufstockung der Haushaltsmittel von 18 auf 19. Mio. Euro erreichen können. Mit diesen zusätzlichen Mitteln wollen wir eine weitere Million Euro aus dem Europäischen Sozialfonds aktivieren. Zugleich fördern wir auch im Haushaltsjahr 2007 die Geschäftsstelle des Bundesnetzwerkes Bürgerschaftliches Engagement (BBE) sowie die Stiftung Mitarbeit, die für das BBE einen großen Teil der Öffentlichkeitsarbeit gestaltet. Denn wir wissen: Bürgerschaftliches Engagement entfaltet sich vor allem in Netzwerken und unterschiedlichen Formen der Kooperation, deren Erhalt und Ausbau notwendig ist.

 

Trotz schwieriger Haushaltslage erhalten auch die Ortsvereine und die Jugend des Technischen Hilfswerks (THW) im Jahr 2007 fast 300.000 Euro mehr als ursprünglich im Regierungsentwurf für den Haushalt 2007 vorgesehen. Damit wird die Arbeit der ehrenamtlich Tätigen und insbesondere der Jugendarbeit weiter gestärkt.

 

Schließlich haben wir in den Haushaltsberatungen für 2007 erreicht, dass die Programme gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit nicht gekürzt wurden. Zu den 19. Mio. Euro aus 2006 kommen sogar fünf Mio. Euro für die Arbeit der mobilen Beratungsteams und Opferberatungsstellen hinzu.

 

(3)   Wir schaffen den rechtlichen Rahmen für Bürgerschaftliches Engagement

 

Vereine, Verbände, Initiativen und Projekte gestalten den Engagementalltag; für die rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen sind Bund, Länder und Kommunen zuständig.

 

Aus diesem Grund wollen wir das Gemeinnützigkeitsrecht gemeinsam mit dem Dritten Sektor vereinfachen, transparenter machen und Wildwüchse beseitigen. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück hat mit der Gesetzesinitiative „Hilfen für Helfer“ Eckpunkte vorgelegt, die für unsere engagementfreundliche Steuerpolitik stehen. Die parlamentarischen Beratungen und Anhörungen sollen Anfang 2007 beginnen und zügig abgeschlossen werden. Die Reform soll rückwirkend zum 1. Januar 2007 in Kraft treten. Dabei möchte ich zwei Punkte gesondert aufgreifen, die mir besonders am Herzen liegen:

    

So haben wir zum einen die Vereinheitlichung und Erhöhung der Spendenabzugsfähigkeit auf 20 % durchgesetzt und damit zugleich mehr erreicht als viele Vereine erwartet haben. Wir erhoffen uns hiervon, dass sich die Spendenbereitschaft weiter erhöht. Damit setzen wir eine langjährige Forderung der SPD aus der Enquete Kommission „Bürgerschaftliches Engagement“ ebenso um wie durch die Anhebung der Steuerfreigrenze für die wirtschaftliche Betätigung von Vereinen von 30.678 Euro auf 35.000 Euro.

    

Aber auch alle anderen Engagierten profitieren: Durch die Möglichkeit der Ermäßigung der Einkommenssteuer für Engagierte um 300 Euro setzen wir ein deutliches Bekenntnis und eine sichtbare Form der Anerkennung für alle, die Verantwortung für sich und andere übernehmen und durch ihren unentgeltlichen und freiwilligen Einsatz unsere Gesellschaft bereichern.

 

(4)   Wir nehmen die gesellschaftlichen Herausforderungen an:

 

In den kommenden Jahren gilt es für Deutschland eine Vielzahl von gesellschaftlichen Herausforderungen zu bewältigen. Diese gehen wir konsequent an:

 

Gerade die Integration von Migrantinnen und Migranten ist von zentraler Bedeutung. Dabei leistet vor allem das Engagement von Migrantinnen und Migranten selbst einen zentralen Beitrag zur Integration. Dank unseres Einsatzes ist es gelungen, das Thema "Integration durch Bürgerschaftliches Engagement" beim Integrationsgipfel mit einem eigenen Arbeitspapier zu thematisieren. Bis zum Sommer 2007 soll aus den Abschlussberichten der einzelnen Arbeitsgruppen der Nationale Integrationsplan vorliegen. Zudem haben wir in diesem Zusammenhang das Sonderprogramm „Beschäftigung, Bildung und Teilhabe“ auf den Weg gebracht. Das Programm wird in den kommenden zwei Jahren mit 37 Millionen Euro ausgestattet und will schwerpunktmäßig das Engagement für Toleranz und Integration fördern. Ziel ist es, die zivilgesellschaftlichen Strukturen in Quartieren mit sozialen Problemen wie hoher Arbeitslosigkeit, niedrigem Bildungsstand und hohem Migrantenanteil zu stärken und den Zugang von Jugendlichen, Migrantinnen und Migranten sowie Langzeitarbeitslosen zu Ausbildung und Arbeitsmarkt zu verbessern. Mit Hilfe des neuen Programms können städtebauliche Investitionen deutlich besser mit sozialen Maßnahmen im Ausbildungs- und Arbeitsbereich kombiniert werden.

 

Aber auch der demografische Wandel stellt für die Bürgergesellschaft eine Herausforderung dar. Die gesamte Gesellschaft kann vom Wissen und der Erfahrung Älterer beim bürgerschaftlichen Engagement profitieren. Wir unterstützen Formen des Engagements für die aktiven Älteren, wie z.B. generationsübergreifende Freiwilligendienste. Durch das Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser sollen zudem bis 2010 Räume der Begegnung und der gegenseitigen Unterstützung aller Generationen geschaffen werden. Im Bundeshaushalt stehen dafür insgesamt 88 Mio. Euro bereit. Die erste Ausschreibungsphase ist abgeschlossen und die ersten 62 Einrichtungen wurden bundesweit ausgewählt.



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