Groß war der PISA-Schock vor ein paar Jahren, zahlreich die Forderungen nach besserer schulischer Bildung. Es besteht zwar prinzipiell Einigkeit, dass der Unterricht und damit die Leistungen der Schüler in vielerlei Hinsicht besser werden müssen. Die Vorschläge, das zu erreichen, sind aber sehr verschieden.
Mehr mathematische und naturwissenschaftliche Förderung, mehr Sprach- und Lesekompetenzförderung, frühere Einschulung, früheres Abitur, mehr individuelle Förderung... Das Spektrum der Rufe nach Verbesserung war weit gefächert. Ein Bereich wurde allerdings kaum genannt: die Förderung der kulturellen Bildung. Wenige nur betonen die Wichtigkeit der kulturellen Bildung. Egal ob Musik, Bildende Kunst, Tanz, es besteht seit Jahren die Tendenz, diese "weichen" Fächer in der Schule in den Nachmittag auszulagern, sie als zusätzliche, freiwillige Angebote zu führen. Der Fokus hat sich auf direkt verwertbares Wissen verschoben.
Zugleich beklagen viele Firmen und auch die Lobbyisten der
Arbeitnehmerverbände in den letzen Jahren zunehmend die fehlenden Kompetenzen
der Schulabgänger wie Konzentrations- und Kooperationsfähigkeit,
Leistungsbereitschaft oder mangelnde soziale Kompetenz.
Gerade duch gemeinsames Musizieren, Proben und Aufführen eines selbst
erarbeiteten Theaterstücks, bildnerisches Gestalten und Präsentieren der
Ergebnisse sind Wege, diese häufig vermissten und zugleich zunehmend gefragten
Kompetenzen im wahrsten Sinne des Wortes spielerisch zu erlernen und zu fördern.
Kulturelle Bildung unterstützt Menschen in ihrer Persönlichkeitsbildung und
stärkt ihre sozialen, kommunikativen und kreativen Fähigkeiten.
Was nur die kulturelle Bildung leisten kann, ist die Förderung des ganzen
Menschen mit all seinen Fähigkeiten und Entwicklungspotenzialen. Sie
ermöglicht uns Urteilsfähigkeit und befähigt uns zur Auseinandersetzung mit uns
selbst, der Gesellschaft und unserer Umwelt.
Deshalb muss es bei der Diskussion um bessere Bildung und Chancengleichheit im
vorschulischen wie im schulischen Bereich auch immer um die Stärkung der
kulturellen Bildung gehen und der Fokus darf nicht allein auf den Nutzwert
abrufbarer Bildung gerichtet sein.






